Privatliquidation goä Muster

Um aufzuzeigen, dass „gute Gründe“ für die Bemessung mit einem höheren Faktor häufiger vorliegen, als dass das von niedergelassenen Ärzten in der Abrechnung genutzt wird, geben wir Beispiele zulässiger Begründungen. Selbstverständlich können die Begründungen nur dann herangezogen werden, wenn die betreffende Leistung auch tatsächlich schwieriger und/oder zeitaufwendiger war als durchschnittlich. Part of the Erfolgskonzepte Praxis- & Krankenhaus-Management book series (ERFOLGSPRAXIS) Die Gebührenordnung unterscheidet Gebühren, Entschädigungen und den Ersatz von Auslagen (§ 3 GOÄ). Die Regelungen in GOÄ und GOZ entsprechen sich im Wesentlichen. Abweichungen werden im Text ausdrücklich erwähnt. Als weitere „Spielregel“ zur Berechnung höherer Faktoren ist § 12 GOÄ zu beachten. Er verlangt, dass die Begründung „auf die einzelne Leistung bezogen“ anzuführen ist. Das heißt, es muss in der Rechnung erkennbar sein, zu welcher Leistung die Begründung gehört. Berücksichtigung umfangreicher, auswärtiger Vorfundung Anlass für diesen Beitrag waren die in letzter Zeit häufigeren Anfragen zum Umgang mit den Steigerungsfaktoren.

In den folgenden Ausgaben werden wir diese und sicher nach diesem Beitrag noch kommende Leserfragen aufgreifen und für Sie erläutern. Gebühren (§ 4 GOÄ) sind Vergütungen für die im Gebührenverzeichnis (Anlage 1 zur GOÄ/GOZ) genannten ärztlichen Leistungen. Der Arzt kann Gebühren nur für selbständige ärztliche Leistungen berechnen, die er selbst erbracht hat oder die unter seiner Aufsicht nach fachlicher Weisung erbracht wurden (eigene Leistungen). Die Rufbereitschaft sowie das Bereitstehen eines Arztes oder Arztteams sind nicht berechnungsfähig. Mit den Gebühren sind die Praxiskosten einschließlich der Kosten für den Sprechstundenbedarf sowie die Kosten für die Anwendung von Instrumenten und Apparaten abgegolten und dürfen nicht gesondert berechnet werden. Die Gruppenberatung ist im Prinzip nach Nr. 20 GOÄ – je Teilnehmer – zu berechnen. Dazu kommt im Rahmen jeder Gruppenstunde die symptombezogene Untersuchung (Nr. 5 GOÄ), die Bestimmung des Körperfettanteils (Nr. 650 GOÄ analog) und das Aushändigen der Seminarunterlagen mit Ernährungsplänen (Nr. 78 GOÄ analog).

Unzulässiges Kriterium. Die Begründung muss auf Schwierigkeit und/oder Zeitaufwand der Leistung abstellen. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass diese Behandlung keine Kassenleistung ist und die Kosten daher nicht von meiner Krankenkasse getragen werden. Die Leistungen werden mir nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung gestellt und sind von mir direkt zu begleichen.